Es geht los, Wikinger on tour

Es geht los, Wikinger on tour

25. Mai 2018 2 Von Matthias Heislitz

Am Samstag den den 21.Mai haben uns Beates Eltern nach Medemblik gefahren. Ich muss schon sagen: “Es ist ein wenig merkwürdig, den Ort zu verlassen und mal sehen, wann wir wieder zurück kommen”.

Nun ja, unser Plan ist nach Norwegen zu segeln und über den Sommer hinweg so Törn für Törn nach Kiel oder Rostock zu segeln.

Sozusagen,  eine Auszeit auf Etappen.

Am Sonntag kommen meine Schwester und Schwager und dann soll es auch gleich am Montag los gehen. Die Wettervorhersage sagt aus, dass wir mit Wind starten und mit Flaute ankommen. Schon jetzt kann ich sagen eine gute Wetterroutenplanung ist sehr hilfreich. Wir haben es top getroffen.

Montag 10.00 Uhr Ortszeit machen wir Leinen los.

Das ist Neil, mein Schwager.

Wir haben bestes Segelwetter Windstärke 4  auf IJsselmeer das macht echt Spass

Wie geplant kommen wir um 13:00 Uhr an der Schleuse in Kornwerdersand an. Wir haben großes Glück, denn wir haben auch gleich noch den letzten Platz in der wirklich großen Schleusenkammer erkämpft.

und wer jetzt denkt, da ist ja noch Platz an Backbord…. , dem kann ich nur von dem einmaligen Erlebnis erzählen, wenn das Schleusentor aufgeht und wir alle rauswollen.

Wenn ihr denkt das ablegen und rausfahren ist spannend, dann habt ihr euch aber getäuscht.

Wir haben noch nicht die Schleuse richtig verlassen und schon nehmen gefühlte 100 gereizte Skipper Fahrt auf, um auf jeden Fall in die Schleuse zu kommen.  Das ganze ist ungefähr so zu beschreiben:

Fahr mal nach Paris und biege dann links rum den

L´Arc de Triumph ab………viel Spaß.

Wir waren auf jeden Fall glücklich, ohne Knutschflecken an der Bordwand oder ohne, von einem Bootshaken erschlagen zu werden, die Wattensee erreicht zu haben.

Ich mag das Wattensegeln mit Strom und Wind

Wind, Strömung alles ist perfekt auf nach Norwegen!!

Das Wattenmeer und der Wind spült uns regelrecht hinaus auf die See. Wie man links oben an dem Foto sehen kann geht´s mit knapp 11 knoten auf die Nordsee

Ganz ehrlich, das ist immer der schwerste Part einer jeden Reise. abends das sichere Land zu verlassen, hinaus auf die Nordsee, immerhin nun mit Windstärke 5. Hier war auch die Stelle, wo ich letztes Jahr auf dem Weg nach Sylt die Fische gefüttert hatte.  Der Wind, die Strömung und dann noch das wirklich flache Wasser in dem Seegatt sind zum “ktzozen” (Hinweiß an meinen Lektor: das ist kein Schreibfehler nur beim erbrechen würfelt sich halt immer alles durcheinander -:)) 

Die erste Nacht war wirklich windig, aber unsere Mabea segelt sich wirklich klasse. Wir machen 8 Knoten bei einem schönen AmWind Kurs.  Nachtwachen haben wir ab 22.00 Uhr alle 2 Stunden gewechselt. Über mangelnden Schiffsverkehr können wir uns wahrlich nicht beklagen. Aber sonst wärs ja auch wirklich langweilig.

Und wenn Ihr mal wissen wollt, wie es so Nachts auf See aussieht:

Am 2.Tag haben wir auch schon eine schöne Bordroutine entwickelt.

Ach ja segeln macht auch müde:

Wir machen nix und wer was macht, der navigiert, guckt andere Schiffe an oder ist einfach zufrieden. HERRLICH

 

Am 3. Abend auf See verlässt uns dann doch der Wind und so müssen wir nach 400 SM von Medemblik ab, kurz über Dänemark den Motor starten.

Wir erreichen, wie geplant nach 62 Stunden Nordsee die Küste von Norwegen. Und wer nun denkt Küstennebel ist etwas zum Trinken, dass man benebelt wird,……. Wir waren schon morgen um 6:00 Uhr fest umnebelt.

Es ist taghell aber nix zu sehen.

Auf dem Foto ist der leichte nebulöse Zustand (ca. 0,8 Promille)  zu sehen.  Schlagartig sind wir aber feste umschlungen von den nassen Nebelwolken.

Ich habe echt schon überlegt unser Ziel Arendal in Südnorwegen aufzugeben und unter Radar, mit sicherer Entfernung zum Land und den vielen Untiefen weiter ostwärts zu segeln.

Zum Glück verzieht sich der Nebel und ab dem Zeitpunkt ist alles wie am es Sonntags aus dem Fernsehen kennt.

Einfach unfassbar schön.

Wir sind morgens um 8:00 Uhr in Arendal angekommen.  Nun erst einmal Mannschaft wecken und Schiff klarieren, das bedeutet: schrubben mal das ganze Salz vom Schiff abwaschen.

Gut gemacht MABEA.  Heut nachmittag gehts weiter…